
Häufig gespielte Trauerlieder: Musik für den Abschied
Musik ist für viele Angehörige das emotionale Herz einer Trauerfeier. Sie weckt Erinnerungen, spendet Trost und lässt in wenigen Minuten hören, wer jemand war. Aber welche Lieder werden bei Trauerfeiern eigentlich immer wieder gespielt? Und wie wählen Sie aus all den bekannten Stücken etwas, das wirklich passt? In diesem Artikel stellen wir die am häufigsten gewählten Trauerlieder zusammen und zeigen, wie Sie sie in einer Trauerfeier-Präsentation einsetzen.
Die Lieder, die immer wieder gewählt werden
Verlässliche Zahlen für ganz Deutschland gibt es nicht, aber die Übersichten von Bestattungsunternehmen, die Playlists der Streamingdienste und die Praxis an den Trauerorten zeichnen ein klares Bild. Diese Lieder kehren immer wieder zurück:
Internationale Klassiker
- Time to Say Goodbye (Con te partirò) von Sarah Brightman und Andrea Bocelli
- My Way von Frank Sinatra
- Tears in Heaven von Eric Clapton
- Hallelujah von Leonard Cohen, oft in einer ruhigen Coverversion
- The Rose von Bette Midler, auch instrumental sehr beliebt
- Somewhere Over the Rainbow in der Ukulele-Version von Israel Kamakawiwoʻole
- See You Again von Wiz Khalifa und Charlie Puth, gerade bei jüngeren Verstorbenen
- Wish You Were Here von Pink Floyd
Deutschsprachige Lieder
- Der Weg von Herbert Grönemeyer, geschrieben nach dem Tod seiner Frau
- Geboren um zu leben von Unheilig
- Über sieben Brücken musst du gehn von Karat, auch in der Version von Peter Maffay
- Ein Stern (… der deinen Namen trägt) von DJ Ötzi und Nik P.
- Amoi seg' ma uns wieder von Andreas Gabalier, vor allem im Süden häufig gewählt
- Tage wie diese von den Toten Hosen, wenn das Leben gefeiert werden soll
Klassik und Kirchenlieder
- Ave Maria von Schubert oder Bach/Gounod
- Amazing Grace, gesungen oder auf dem Dudelsack
- Von guten Mächten wunderbar geborgen, nach dem Text von Dietrich Bonhoeffer
- So nimm denn meine Hände und Näher, mein Gott, zu dir als vertraute Gemeindelieder
Für den Einzug und den letzten Abschied wird außerdem oft ruhige Instrumentalmusik gewählt, etwa Una Mattina oder Nuvole Bianche von Ludovico Einaudi.
Was an dieser Auswahl auffällt
Ein paar Dinge springen ins Auge. Erstens die Stabilität an der Spitze: Time to Say Goodbye führt die veröffentlichten Übersichten seit Jahren an und scheint vorerst unschlagbar. Zweitens der große Anteil deutschsprachiger Lieder: Wo früher vor allem klassische und kirchliche Musik erklang, wählen Angehörige heute auffallend oft deutschsprachige Trostlieder, weil jedes Wort verstanden wird. Drittens die Mischung der Stimmungen: Neben Klassikern wie dem Ave Maria stehen Lieder, die das Leben feiern oder Hoffnung ausstrahlen. Eine Trauerfeier muss musikalisch also nicht nur schwer sein: Immer mehr Familien wählen bewusst ein Lied, das ein Lächeln durch die Tränen zaubert.
Warum gerade diese Lieder funktionieren
Die meisten dieser Lieder haben etwas gemeinsam: Sie handeln von Abschied, Liebe, Erinnerung oder Loslassen, und sie wecken fast von selbst Emotionen. Das macht sie zugänglich, auch für Gäste, die den Text nicht Wort für Wort kennen. Die Melodie und die Stimmung übernehmen die Arbeit.
Außerdem ist ein Teil der beliebten Stücke instrumental oder ruhig aufgebaut, wie die Instrumentalversion von The Rose oder das Ave Maria. Das ist kein Zufall: Ruhige Musik lässt Raum für Stille, für einen Redner und für eine Fotoserie, ohne dass der Text die Aufmerksamkeit fordert.
Beliebt heißt nicht automatisch passend
Eine solche Übersicht ist vor allem als Inspiration gedacht, nicht als Vorschrift. Ein Lied, das jeder kennt, kann wunderschön sein, aber ein Lied, das wirklich zum Verstorbenen gehörte, berührt oft tiefer. Die Platte, die im Auto immer lief, das Lied von der Hochzeit oder ein Stück, das in der Küche mitgesungen wurde, erzählt mehr als ein bekannter Klassiker ohne Verbindung zu dem Menschen.
Nutzen Sie die Übersicht deshalb als Gedächtnisstütze. Erkennen Sie ein Lied, das zum Leben und zum Geschmack des Verstorbenen passt, ist das ein schöner Ausgangspunkt. Aber trauen Sie sich auch, davon abzuweichen und gerade das Persönliche zu wählen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Trauermusik auswählen: Womit fangen Sie an?, in dem dasselbe Prinzip zurückkehrt: Es geht darum, was ein Lied auslöst, nicht darum, was üblich ist.
Der richtige Einsatz in einer Trauerfeier-Präsentation
Haben Sie ein Lied gewählt, kommt es auf die Umsetzung an. Ein paar praktische Hinweise:
- Bei einer Fotoserie funktionieren ruhige oder instrumentale Versionen oft am besten, weil die Bilder dann Raum bekommen. Rechnen Sie mit sechs bis acht Sekunden pro Foto und denken Sie an die Überblendungszeit zwischen den Fotos.
- Beim Einzug und beim letzten Abschied ist ein vertrautes, ruhiges Lied angenehm. Wählen Sie für den letzten Abschied etwas, das wiederholt werden kann, denn Sie wissen vorher nicht, wie lange dieser Moment dauert.
- Achten Sie auf die Länge. Ein Lied von drei bis vier Minuten passt schön zu einer kurzen Fotoserie; ein langes Lied zählt praktisch doppelt oder lässt den Rednern weniger Zeit.
In einer Trauerfeier-Präsentation aus unserem Tool startet die Musik automatisch im richtigen Moment und läuft über die Fotos hinweg durch, mit einem Timing, das von selbst auf das Stück abgestimmt wird. So müssen Sie sich um die Technik keine Sorgen machen und können sich auf das konzentrieren, was zählt: einen würdigen Abschied.
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Häufige Fragen
Was ist das meistgespielte Trauerlied?
Time to Say Goodbye (Con te partirò) von Sarah Brightman und Andrea Bocelli führt seit Jahren die veröffentlichten Übersichten der meistgespielten Abschiedslieder an, in Deutschland ebenso wie in den Nachbarländern, und scheint vorerst unschlagbar.
Wo finde ich weitere Listen mit Trauermusik?
Viele Bestattungsunternehmen und Streamingdienste veröffentlichen Zusammenstellungen beliebter Trauerlieder; auf Spotify und YouTube finden Sie fertige Playlists für Trauerfeiern. Auch Ihr Bestatter kann aus der Praxis gut einschätzen, welche Lieder oft gewählt werden und was zu der Feier passt.
Muss ich aus diesen bekannten Liedern wählen?
Nein. Die Übersicht ist als Inspiration gedacht, nicht als Vorschrift. Ein Lied, das wirklich zum Verstorbenen gehörte, berührt oft tiefer als ein bekannter Klassiker. Mehr über das Wählen vom Menschen her lesen Sie in Trauermusik auswählen: Womit fangen Sie an?