
Trauermusik auswählen: Womit fangen Sie an?
Die Musik trägt enorm viel zu einer Trauerfeier bei. Die Auswahl muss trotzdem kein Ringen sein: Mit ein paar praktischen Grundsätzen kommen Sie zu einer Wahl, die zum Verstorbenen passt und in der Feier funktioniert.
Wie viele Stücke brauchen Sie?
Zu den meisten Feiern passen drei bis fünf Musikmomente:
- Einzug: ruhige Musik, während die Gäste Platz nehmen und der Sarg oder die Urne hereingetragen wird.
- Zwischen den Rednern: ein Stück als Atempause, oft mit einer Fotoserie dazu.
- Letzter Abschied: der Moment, in dem die Anwesenden am Sarg vorbeigehen oder ein Spalier bilden. Wählen Sie hier ein Stück, das wiederholt werden kann: Sie wissen vorher nicht, wie lange dieser Moment dauert.
- Kondolieren: Musik vor oder nach der Feier (oft vom Trauerort selbst geregelt, wobei Sie darauf durchaus Einfluss nehmen können).
Zusammen mit dem Bestatter wird der Umfang der Trauerfeier festgelegt. Der Ort und damit die Größe des Saals werden anhand der erwarteten Gästezahl eingeschätzt. Anschließend wird die Dauer der Feier vereinbart. Sie liegt im Schnitt zwischen einer Stunde (kleine Feier) und anderthalb bis zwei Stunden (größere Feier), unabhängig vom Kondolieren vor oder nach der Zeremonie.
Je mehr Zeit es gibt, desto mehr Raum bleibt für Musik und Redner. Die durchschnittliche Trauerfeier dauert eine Stunde; darin ist Platz für 3 bis 5 Redner mit 3 bis 4 Stücken zwischen den Rednern. Mit einem Stück für den Einzug und einem für den Auszug kommen Sie so auf höchstens sechs Stücke. Fragen Sie auch bei den Rednern nach, wie lange sie voraussichtlich sprechen, damit Sie ein gutes Bild bekommen.
Wählen Sie vom Verstorbenen oder vom Redner her
Am schönsten ist Musik, die wirklich zu dem Menschen gehörte: das Lied von der Hochzeit, die Platte, die im Auto immer lief, das Stück, das in der Küche mitgesungen wurde. Ein „unpassend“ fröhliches Lied, das alle an ihn oder sie erinnert, berührt oft mehr als ein klassisches Trauerstück, das niemand kennt.
Schön ist auch Folgendes: Hat der Verstorbene vorab nichts festgelegt, wählen Sie Einzug und Auszug gemeinsam, während das Stück nach einem Redner von diesem Redner selbst gewählt wird. So kann es (gerade wenn die Fotos darauf abgestimmt werden) ein sehr wertvoller Abschluss innerhalb der Feier werden, für jemanden, dem der Verstorbene viel bedeutet hat.
Live-Musik
Es ist auch möglich, Live-Musik für die Trauerfeier zu organisieren. Das kommt seltener vor, aber die meisten Trauerorte sind darauf vorbereitet (und haben feste Partner), wenn ein Pianist, eine Harfenistin oder ein Gitarrist gewünscht ist. Oft ist es am schönsten, während dieser Musik keine Diashow mit Fotos zu zeigen. Ist sie doch gewünscht, fragen Sie die Musiker am besten, wie lange sie für ein bestimmtes Stück brauchen.
Achten Sie auf die Länge
Eine Fotoserie während eines Stücks wirkt am besten, wenn die Gedanken bei einem Foto etwas Zeit bekommen. Je nach Tempo des Stücks empfehlen wir, ein Foto mindestens 6 Sekunden zu zeigen.
Für eine ruhige Wiedergabe empfehlen wir allerdings mindestens 8 Sekunden pro Foto. Vergessen Sie beim Ausrechnen, wie viele Fotos in ein Stück passen, nicht die Dauer der Überblendung von Foto zu Foto: Diese Animationszeit kommt noch hinzu.
Dauert die Feier eine Stunde, können Sie in Ruhe 3 bis 4 Stücke von 3 bis 4 Minuten wählen. Ist ein langes Stück von 6 bis 7 Minuten dabei, zählt das praktisch doppelt, oder den Rednern bleibt weniger Zeit.
Praktisch: die Datei selbst
- Verwenden Sie eine Datei in guter Qualität (MP3, WAV oder M4A aus einer verlässlichen Quelle; keine Handy-Aufnahme von YouTube). Online gibt es verschiedene Wege, an Musik zu kommen.
- Prüfen Sie Anfang und Ende: Manche Stücke haben eine lange Stille oder einen abrupten Beginn. Stellen Sie in PowerPoint ein Ein- oder Ausblenden ein oder bearbeiten Sie das Stück in einem Programm.
- Testen Sie die Lautstärke. Sorgen Sie dafür, dass die Stücke einigermaßen gleich laut klingen, vor allem an den lautesten Stellen, und bitten Sie im Zweifel den Trauerort, das mitzuprüfen.
Im Ablauf
Notieren Sie pro Musikmoment im Ablauf, welches Stück spielt und ob es von selbst weiterläuft oder auf einen Klick wartet. In einer Trauerfeier-Präsentation aus unserem Tool startet die Musik automatisch im richtigen Moment und läuft über die Fotos hinweg durch. Die Person an der Technik muss bis zum nächsten Klickmoment nichts tun. Für sie ist das die ideale Form der Übergabe: Es kann nichts schiefgehen, und nur im richtigen Moment ist ein Klick nötig.
Häufige Fragen
Gibt es eine Übersicht der am häufigsten gewählten Trauermusik?
Online finden sich verschiedene Übersichten der meistgespielten Abschiedslieder; eine kurze Suche liefert schnell eine lange Liste. Die Stücke, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen, sind:
Time to Say Goodbye (Con te partirò) von Sarah Brightman und Andrea Bocelli
Ave Maria (Schubert)
The Rose, auch in der Instrumentalversion
Hallelujah von Leonard Cohen, oft in einer ruhigen Coverversion
Für den Einzug und den letzten Abschied wird außerdem oft Musik von Ludovico Einaudi gewählt, besonders die Stücke Una Mattina und Nuvole Bianche.
Darüber hinaus geht es heute weit auseinander: Über die Jahre ist so viel Musik erschienen, dass die Wahl sehr vom Leben und von der Persönlichkeit des Verstorbenen abhängt. Eine ausführlichere Übersicht finden Sie in unserem Artikel Häufig gespielte Trauerlieder.